Grundschule Neuenhaus

    Geschichtenschule

Geschichten vom Reitgaar und andere Geschichten, geschrieben im Januar 2012

Himmelfahrtstag am Reitgaar

Es war Himmelfahrt. Am Morgen ging ich zum Reitgaar. Ich erschrak, denn ich hörte die Glocken. Da war mir ziemlich unheimlich. Ich dachte, der böse Rittergeist läutet die Glocken der Kapelle. Ich hatte ein ganz komisches Gefühl im Bauch. Das Wasser im Reitgaar sprudelte auf einmal. In der Insel im Reitgaar begannen die Bäume zu beben. Ich bin ganz schnell auf mein Fahrrad gesprungen und nach Hause gefahren.

Julian

Die Burg im Reitgaar

Eines Morgens am Himmelfahrtstag fahre ich am Reitgaar vorbei. Plötzlich höre ich sanfte Glocken. Mir wird kalt, das Wasser fängt an zu sprudeln, da bleibe ich stehen. Ich sehe in meinen Gedanken die Burg. Der Raubritter reitet mit einem bösen Lachen vorbei. Dann schnappt er mich und wirft mich zu den anderen Leuten. Die Leute schreien. Ich habe Hunger, ich habe Durst. Ich grusele mich noch mehr und noch mehr. Dann kommt eine ganz liebe Bauersfrau zu mir und sagt: „Hab keine Angst, bald kommt die Tochter des Raubritters mit Essen und Trinken.“…. Plötzlich  kommt der Raubritter und lacht wieder so böse. Jetzt erschrecke ich mich so, dass ich wieder vorm See stehe. Ich schwöre mir, dass ich am Himmelfahrtstag nie wieder zum Reitgaar gehe. Dann fahre ich nach Hause und erzähle die ganze Geschichte meiner Familie.

Julia

Die Burg im Reitgaar

Als ich am Himmelfahrtstag morgens am Reitgaar war, hörte ich die Glocken. Plötzlich fasste mich jemand an. Als ich mich umdrehte, stand der Geist des Raubritters hinter mir und sprach: „Erschrecke dich nicht. Gleich kommen die Geister der Gefangenen: Die werden dich mitnehmen, weil ich dich jetzt entführt habe. Du kannst nicht mehr fliehen, denn sie haben dich schon umzingelt.“ Der Raubritter lachte schmutzig: „Hahaha! Hihihi! Hohoho!“ Ich bin in Ohnmacht gefallen.

Als ich wieder aufwachte, sah ich ein freundliches Gesicht. Es war das Gesicht der Tochter vom Raubritter und sie sprach: „Die Gefangenen wollten dich nicht umzingeln, doch mein Vater besitzt eine Zauberflöte. Wenn Leute fünf Wochen in seinem Kerker sitzen, kann er sie mit seiner Zauberflöte verzaubern.“  „ Das ist ja schrecklich“, sagte ich. Ich wollte auf keinen Fall von der Zauberflöte verzaubert werden.

Als ich mich im Keller des Turmes umsah, erblickte ich die Knochen der Gefangenen. Mir lief es kalt über den Rücken. Zum Glück hatte die Tochter des Raubritters eine Wolldecke, Essen und Trinken da gelassen. Ich war sehr hungrig, weil ich ja seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatte. „Oleh, oleh oleh, oleh“,  hörte ich den Raubritter singen. Da sah ich einen Ring und der lag auf einem Zettel,  auf dem stand: „Hallo, ich möchte dir noch ein Andenken da lassen, denn ich kann nicht mehr kommen, weil mein Vater entdeckt hat, dass ich dich besuche.“ Als ich den Brief gelesen hatte, war ich traurig. Aber ich freute mich über den Ring. Ich steckte ihn auf den Finger. Dann schlief ich ein.

Als ich wieder aufwachte, lag ich am Ufer des Reitgaar. Ich überlegte, warum ich denn jetzt so plötzlich hier war. Ich guckte mich um, ob vielleicht der Raubritter in der Nähe war. Als ich ihn nicht sah, stand ich auf. Der Ring steckte noch immer an meiner Hand.

Ob ich wirklich in der Burg gefangen war, weiß ich bis heute noch nicht. Den Ring der Raubrittertochter aber habe ich aufbewahrt. Er liegt noch heute in meinem Nachttischchen.

Miriam